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TigerWork

Verführung zur Freiheit
Ein neues Modul zur Radikalen Lebendigkeit *)

2 Es gibt die Möglichkeit eines solch hohen Grades an Dissoziation, dass der Körper zu keiner Gegenwehr mehr in der Lage ist, ja nicht mal mehr das Bedürfnis dazu hat und womöglich auch nichts mehr spürt – der Buddha, der sich selbst zum Futter des Tigers macht. Und es gibt die Freiheit eines so hohen Grades an Assoziiertheit mit dem Leben (nicht Abhängigkeit und auch nicht Identifikation), dass die Begegnung mit der Kraft des Tigers zum Abenteuer der eigenen Anwesenheit und Wirklichkeit als Mensch wird – zum tiefen freien Erleben assoziierter diesseitiger Transzendenz und Lebendigkeit – ein Lebewesen in seiner Freiheit und Entfaltung unter Lebewesen in einer lebendigen Welt – der wirkliche Buddha.

Zum Glück hat die Evolution unserer Arbeit und Forschung zu Aufwachen, Erleuchtung und lebendiger Freiheit ein ganz zentrales spirituelles Missverständnis offengelegt: In unserer aktuellen Welt wird unser Nervensystem in spiritueller Wohlerzogenheit verharmlost und sediert. Transzendenz, Aufwachen oder Freiheit sollten keine Abspaltungen oder Dissoziationen sein, kein spiritueller Mantel für das alte Spiel und das alte Gefängnis, sich nicht im Hier und Jetzt in die Sinne und das unmittelbare Erleben und Handeln hineinzutrauen. Schaut man genau hin, sieht man deutlich, wie unser Organismus mit seinem Nervensystem instinktiv den Weg in ein klares, sicheres und präsentes Erleben voller Fülle, Begegnung und Kraft sucht und findet, wenn man ihn lässt – es braucht keine spirituellen Alibis und Umwege. Vordergründig mag die hier aufgeworfene Fragestellung mit Aufwachen und Erleuchtung wenig oder nichts zu tun haben. Wer jedoch die Rückkehr seines unmittelbaren energetischen Seins in seinem Organismus erlebt hat, weiß, welchen Frieden, welches Glück und welche spirituelle Erfahrungstiefe daraus erwächst.


In die Tiefen unserer alten Instinkte zu tauchen und Weisheit, Einfachheit und Schönheit dort zu finden, steht leider noch immer im Widerspruch zu unseren gesellschaftlichen und spirituellen Selbstbildern. Es werden Floskeln von Einheit, Hingabe und Akzeptanz gepredigt und ein unerlöstes „Alles darf sein“, „Du bist nicht der Körper“, „Das Erleben, die Welt ist eine Illusion – Maya“. Ein Einverstandensein-Müssen mit Allem aus tiefer spiritueller Einsicht wird nahegelegt. Tatsächlich ist dies die mentalisierte Doktrin einer Unfähigkeit und Angst, tatsächlich in der Anwesenheit hier und jetzt anzukommen, mit Allem, auch mit der Abwehr, dem Erleben von Grenze, von Konflikt und dem tiefen Instinkt „Nein-Sagen-zu-Können“. Es wird meist übersehen, dass Einverstandensein mit dem Konflikt ebenso präsent sein kann wie auch das womöglich folgende Einverstandensein mit der Aktion, die ihn beendet, und zwar mit der ganzen Kraft des Körpers, dessen Lebendigkeit und seinen Handlungen.

Tatsächlich finden wir hier einen Angelpunkt des ganzen Umgangs mit unserer Matrix als Mensch. Wenn die Instinkte und das autonome Nervensystem wieder vital verankert sind, und es also „weiß“, wo die Grenzen und Interessen liegen, wie angemessene unmittelbare Handlung abläuft, kann der Verstand sich beruhigen – ja, er kann sich so beruhigen, dass er sich wie eine schnurrende Katze zur Ruhe legt und beglückt noch ein bisschen maunzt und vibriert – die Frage nach Aufwachen und Erleuchtung, die aus einer patriarchalen traumatisierten Kultur und einer daraus erwachsenen Religiosität stammt, zerfällt zu NICHTS angesichts der unmittelbaren Radikalität der Freiheit, einfach zu sein – und der Wirklichkeit des kategorielosen absoluten NICHTS, das sich DA offenbart. Hier wird ohne jede Notwendigkeit mentaler Verstandesanstrengung erkannt, dass die Welt ebenso wenig eine Illusion ist wie eine Realität. Sie ist, was erlebt wird – sie ist, was ist – Alles und Nichts – Nichts und Fülle. Wirkliche Stille ist präzise und willigt nicht in die allgemeine spirituelle Vernebelung und Entmündigung ein.

Die Kriege in der Welt enden nicht, die zwischenmenschlichen Konflikte sind omnipräsent… und dennoch beharren wir auf demselben Vorgehen, welches schon seit Jahrtausenden eindrucksvoll scheitert: Aggression zu verteufeln. Nicht Aggression jedoch bildet den eigentlichen Nährboden für Kriege und Gewalt, sondern unsere Unbereitschaft und Angst, damit umzugehen und angemessen zu reagieren. Wir Menschen fürchten einander zu sehr. Wir sind entfremdete, verwirrte und unbeantwortete Tiere und schlagen aus den Ecken unserer Käfige heraus irgendwann aufeinander ein – oder im gesellschaftlich akzeptierten Fall agieren wir diese Energien ein statt aus und lagern sie damit als Frust, Schmerz und Kraftlosigkeit in unseren Leben und Leibern ein.

Daraus ergibt sich die Frage, welche Ansätze machen den Menschen ganz und gar ganz? Welche Möglichkeiten müssen wir nutzen, um unserem Organismus und Nervensystem seine volle Inkarnation und seine sehnsüchtige Entfaltung ohne Anhaftung zu ermöglichen?

TigerWork ist neben den bereits angebotenen Formaten der Arbeit unsere Antwort auf diese Fragen.

Die Seminarwochenenden bauen systematisch aufeinander auf und beinhalten körperliche Übungen, Lectures, Demonstrationen, Austausch und Bewegung. Das Thema der eigenen Grenzen und Verteidigung, die Gewissheit, sich im Zweifelsfalle mit Konzentration und Kraft gegen vermeintlich stärkere Gegner zur Wehr setzen zu können, der Frieden, der aus dem Erleben intakter Instinkte resultiert, all das sind Punkte, die in den Körpern der Teilnehmerinnen in dem Verlauf dieses Kurses wiedergefunden werden können. Was in letzter Konsequenz bedeutet in den eigenen Körpern den Frieden (wieder) zu finden der ganz unabhängig von den Kategorien von Täter und Opfer, Gegnerschaft, Feindbildern, Kampf und Trennung tiefe menschliche und empathische Seins-Selbstverständlichkeit sein sollte und ist.

Das Thema von Macht, Bedrohung und Verteidigung ist in unserer Kultur geschlechterspezifisch geprägt. Unser Basis-Kurs ist deshalb ein Kurs für Frauen. Die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt auf zehn Frauen. Für interessierte Männer ist auf Anfrage Einzeltraining und Training in Kleingruppen möglich.

 
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*) Dieser Text wird orientiert an open source digital veröffentlicht: Der Text kann also frei verbreitet, kopiert und zitiert werden, bitte unter der Voraussetzung, dass stets die Quelle angegeben wird und zugänglich bleibt, also Website und Autor: mari stephani  / mariposa.vc, möglichst mit Verlinkung. Es sind damit keine Zahlungsverpflichtungen gegen einen Lizenzgeber verbunden. (Das ist keine Druckfreigabe). Spenden sind willkommen. Kontakt: mari@mariposa.vc.

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